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Waltraud Meier erhält Richard-Wagner-Preis der Stadt Leipzig 2016

 

Die deutsche Mezzosopranistin Waltraud Meier wird mit dem diesjährigen Richard-Wagner-Preis der Stadt Leipzig geehrt. Den Preis lobt die Richard-Wagner-Stiftung Leipzig aus. Überreicht wird er vom Oberbürgermeister der Stadt, Burkhard Jung. "Wir sind glücklich, mit Kammersängerin Waltraud Meier eine der international bedeutendsten Wagnerinterpretinnen auszeichnen zu können", so Thomas Krakow, Vorsitzender der Richard-Wagner-Stiftung Leipzig.

 

Waltraud Meier wird die Auszeichnung im Rahmen eines Festaktes zu den Richard-Wagner-Festtagen am 22. Mai 2016 in der Oper Leipzig entgegennehmen. Ausgewählt wurde sie von einer Findungskommission, der die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, der Hörfunkdirektor des Mitteldeutschen Rundfunks, Johann Michael Möller, der Intendant und Generalmusikdirektor der Oper Leipzig, Prof. Ulf Schirmer und Krakow selbst angehören.

 

Für den Stiftungsvorsitzenden Thomas Krakow verkörpert Waltraud Meier, deren Karriere auch als Stipendiatin der Richard-Wagner-Stipendienstiftung begann, das Ideal einer Wagnersängerin unserer Gegenwart: eine große Sopranistin, die stimmliche Intensität mit hoher darstellerischer Intelligenz vereint und die anspruchsvollsten und kraftraubendsten Partien Wagnerscher Opern verkörpert hat. "Mit Waltraud Meier hat sich im vergangenen Herbst die bedeutendste Isolde unserer Zeit von der Bühne verabschiedet. Ohne ihre Kundry, die sie im März zum letzten Mal gesungen hat, ist die Opernwelt kaum denkbar. Die Stiftung möchte mit Waltraud Meier eine Sängerin für ihr Lebenswerk ehren, die sich mit ihrem künstlerischen Wirken und ihrer ganzen Persönlichkeit um die Musik Richard Wagners verdient gemacht hat", so Thomas Krakow.

 

Die Leipziger Richard-Wagner-Stiftung ehrt mit dem mit 10.000 € dotierten Preis seit 2013 das intensive Wirken für und im Sinne Richard Wagners. Der Preis, eine 35 Zentimeter hohe Plastik, die dem vom Leipziger Maler und Bildhauer Max Klinger für Leipzig entworfenen, aber nie vollendeten Wagner-Denkmal nachempfunden wurde, wird alljährlich zu den Leipziger Richard- Wagner-Festtagen für eine besondere Leistung oder ein Lebenswerk vergeben und stets an einen herausragenden Nachwuchskünstler. 2016 ist dies der junge griechische Bassbariton Alexandros Stavrakakis, der den Preis ebenfalls am 22. Mai in der Oper Leipzig entgegennehmen wird.

 

Waltraud Meier wurde in Würzburg in eine musikalische Familie hineingeboren und sang schon während ihrer Schulzeit in fünf verschiedenen Chören. Nach dem Abitur studierte sie Anglistik und Romanistik, nahm aber auch Gesangsunterricht. Bereits mit 19 bekam sie einen Vertrag an der Würzburger Oper. In den folgenden Jahren erarbeitete sie sich ein breites Repertoire in festen Engagements in Mannheim, Dortmund, Hannover und Stuttgart. Mit 24 gab sie ihr internationales Debüt als Fricka in der "Walküre" am Teatro Colon in Buenos Aires. Ihre Weltkarriere begann 1983 mit ihrem triumphalen Erfolg als Kundry in Wagners "Parsifal" bei den Bayreuther Festspielen.

 

Ihre Kundry wie ihre Isolde, die sie von 1993 bis 1999 in Heiner Müllers Inszenierung von "Tristan und Isolde" unter der Leitung von Daniel Barenboim sang, setzten neue Maßstäbe für die Interpretation dieser wohl anspruchsvollsten aller Opernpartien und begeisterten und beeindruckten Publikum wie Kritiker gleichermaßen.An der Chatelet Oper in Paris triumphierte die Sängerin im Parsifal (Klaus-Michael Grüber / Semyon Bychkov), wie bereits zuvor, 1991, an der Mailänder Scala unter Riccardo Muti. Die enge künstlerische Zusammenarbeit mit Barenboim und der Berliner Staatsoper Unter den Linden, sowie auch mit der Bayerischen Staatsoper München führte sie regelmäßig auf Gastreisen nach Japan, wo sie u.a. in Walküre, Wozzeck, Tristan und Fidelio zu erleben war. Es folgten - um einige Höhepunkte zu nennen - Premieren bei den Münchner Opernfestspielen mit der Rolle der Didon in Les Troyens, Neuinszenierungen bei den Salzburger Festspielen (Isolde) und an der Opéra Bastille (Isolde). In Chicago gab sie ihr Debüt als Fidelio-Leonore, erneut unter der Leitung von Daniel Barenboim. In dieser Rolle wurde Waltraud Meier anschließend in München und Mailand gefeiert.

 

Waltraud Meier hat mit so bedeutenden Regisseuren wie Jean-Pierre Ponnelle, Luc Bondy, Harry Kupfer, Götz Friedrich, Klaus- Michael Grüber und Patrice Chéreau zusammengearbeitet. Große Dirigenten, vor allem Daniel Barenboim, Riccardo Muti, Claudio Abbado, James Levine, Zubin Mehta, Christian Thielemann und Valery Gergiev schätzen, wie bei Waltraud Meier die Kraft ihrer außergewöhnlichen musikalischen Persönlichkeit mit Leidenschaft, Kreativität und klarem Intellekt zusammenfinden.

 

Die Künstlerin wurde mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen geehrt. Sie ist Bayerische sowie Österreichische Kammersängerin, Trägerin des höchsten Kulturpreises Frankreichs, des Orden Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres, sie erhielt den Grammy Award für die Gestaltung der Partie der Venus in der Einspielung des „Tannhäuser“ unter der Leitung von Daniel Barenboim, trägt den Lotte-Lehmann-Ring der Wiener Staatsoper, den Kulturpreis Bayerns und den Bayerischen Staatspreis für Musik.

 

Waltraud Meiers umfangreiche Diskographie umfasst Aufnahmen ihrer großen Gesangspartien mit den bedeutendsten Orchestern und Dirigenten der Welt, so Beethovens „Fidelio“ oder der „Missa Solemnis“, Arnold Schönbergs „Gurre-Lieder,“ Richard Strauss „Elektra“ und, natürlich, immer wieder Wagners „Parsifal“, „Tristan und Isolde“, „Tannhäuser“ ...

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