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8 Siegfried erster Akt, 1867

Richard Wagner beschäftigte die Komposition seines „Siegfried“ über viele Jahre hinweg. Im September 1856 begann Wagner mit der Komposition des Siegfried, brach aber die Arbeit ein Jahr später mitten im zweiten Aufzug des geplanten zweiten Tages ab, nachdem diese immer wieder ins Stocken geraten war. In seinen Lebenserinnerungen „Mein Leben“ entsinnt sich Wagner: „Am 22. September begann ich bereits die Aufzeichnung des Entwurfes. Da stellte sich denn eine der Hauptplagen meines Lebens zu entscheidender Bedrängnis ein: unserem Hause gegenüber hatte sich neuerdings ein Blechschmied einquartiert und betäubte meine Ohren fast den ganzen Tag über mit seinem weitschallenden Gehämmer. Im meinem tiefen Kummer darüber, nie es zu einer unabhängigen, gegen jedes Geräusch geschützten Wohnung bringen zu können, wollte ich mich schon entschließen, alles Komponieren bis dahin aufzugeben, wo mir endlich dieser unerläßliche Wunsch erfüllt sein werde.“ 

 

Sowohl die schlechten Aussichten auf eine baldige Aufführung wie auch die Absage
des Verlages Breitkopf & Härtel an eine Drucklegung des riesigen Werkes wegen Unrentabilität bewogen den Komponisten dazu, die Arbeit ruhen zu lassen, wohingegen ihn der benachbarte Schmied wenigsten noch mit der Inspiration zu Siegfrieds Wutausbruch- Motiv beschenkte. 1864, nachdem Wagner 
sich der Komposition des „Tristan“ und der „Meistersinger von Nürnberg“ zugewandt hatte, sollte er auch die Arbeit an seinem „Siegfried“ wieder aufnehmen und zumindest den zweiten Aufzug in Partiturform bringen, um dann wiederum die Arbeit über Jahre hinweg ruhen zu lassen. Erst am 5. Februar 1871 konnte der Komponist das Werk beenden. Parallel dazu arbeitete er bereits an der „Götterdämmerung“, die dreieinhalb Jahre später fertiggestellt werden sollte. Während der ersten Festspiele in Bayreuth 1876 erfuhr Richard Wagners „Siegfried“ am 16. August seine Uraufführung. 

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