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7 Deckblatt des „Rings“

Die endgültige Fassung des „Rings“ entstand erst 1874. Zwischen 1857 und 1869 ruhten
die Arbeiten am „Ring“ weitgehend. Lange Zeit überlegte Wagner, welchen Schlusstext er für die Götterdämmerung wählen sollte. Schließlich entschied er sich für folgenden:


„Vollendet das ewige Werk!
Wie im Traum ich es trug,
wie mein Wille es wies,
was bange Jahre barg des reifenden Mannes Brust,
aus winternächtigen Wehen
der Lieb’ und des Lenzes Gewalten

trieben dem Tag es zu:
Da steh’ es stolz zur Schau,
als kühner Königsbau prang’ es prächtig der Welt!“


Die Uraufführung in Bayreuth im Jahr 1876 fand nicht in einem Opernhaus statt, sondern in dem eigens für den „Ring“ gebauten Festspielhaus. Damit wollte Wagner auf die antiken Wurzeln des Gesamtkunstwerks aufmerksam machen. Nie zuvor war ein Theater eigens zur Aufführung eines bestimmten Werkes errichtet worden.

 

Unterstützt wurde die Uraufführung vom bayerischen König Ludwig II., der große Stücke auf Wagner hielt und bereits in den 1860er Jahren Wagners jahrelang angehäuften Schuldenberg tilgte. 1864 berief er ihn nach München, wo ein Jahr später seine Oper „Tristan und Isolde“ unter der Leitung von Hans von Bülow uraufgeführt wurde. Die Uraufführung des „Rings“ brachte Wagner viel Anerkennung ein. Neben einigen deutschen Königen wohnten ihr auch der deutsche und der brasilianische Kaiser bei. Zwar war Wagner damit zu viel Ehre gelangt, jedoch blieb die von ihm erhoffte Wirkung aus: Die Festspiele vermochten es nicht, dem deutschen Volk neues Nationalbewusstsein zu geben. 

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