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5 Brief an Ferdinand von Ziegesar, 10. Mai 1851

Dieser Brief vom 10. Mai 1851 ist nur einer von zahlreichen Briefen der Sammlung. Er ist adressiert an Friedrich von Ziegesar, seinerzeit Intendant des Weimarer Opernhauses. Wagner teilt darin mit, dass er seine Kompositionstätigkeit an „Siegfrieds Tod“ unterbrechen möchte und stattdessen am „Jungen Siegfried“ weiterarbeiten wird. Dasselbe schreibt er auch in einem Brief an Franz Liszt.

 

Der Grund für dieses Vorhaben ist Wagners Argumentation zufolge, dass „Siegfrieds Tod“ einer langen Vorgeschichte bedarf. So sei unter anderem die Erzählung der Nornen zu komplex, um sie nur episch in das Drama einzufügen.


Interessanterweise schrieb Wagner die Teile des „Rings“ nicht in der endgültigen Reihenfolge: Anschließend entstanden „Das Rheingold“ (ursprünglich: „Der Raub des Rheingoldes“) und schließlich „Die Walküre“. Der „Junge Siegfried“ wurde später nur noch als „Siegfried“ betitelt. Der heute als „Götterdämmerung“ bezeichnete vierte Teil ist schließlich der eigentliche „Siegfrieds Tod“, der erst 1874 vollendet wurde.


Die späte Fertigstellung des „Rings“ ist auf finanzielle und technische Schwierigkeiten zurückzuführen. Im „Tristan“ und den „Meistersingern von Nürnberg“ finden sich erste Experimente mit chromatischen Skalen unter gleichzeitiger Berücksichtigung von Bachs polyphonischer Diatonik. Diese finden sich auch im Ring wieder. Wagner nimmt damit direkt Einfluss auf die Musikgeschichte, von der Entwicklung in der Romantik bis hin zu Schönbergs Zwölftontechnik. 

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