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2 Oper und Drama Erster Theil, 1852

Der Aufsatz „Oper und Drama“ liegt hier in seinem ersten Teil als Autograph vor. Darin geht es nicht nur um Wagners Begriff von Oper und Drama, sondern auch um das Zusammenspiel von Oper und Musik. Im zweiten Teil greift Wagner die Frage nach dem Zusammenhang von Schauspiel und dem Wesen der dramatischen Dichtkunst auf, im dritten geht es um die Dicht- und die Tonkunst im Drama der Zukunft.

 

In „Oper und Drama“ erörtert Wagner die Stellung der Oper im gesellschaftlichen Kontext und erarbeitet die Grundlagen für sein Konzept eines Gesamtkunstwerks. Der Absatz zum Wesen der Musik geht tiefer auf die einzelnen musikalischen Formen wie Arie und Rezitativ ein und setzt ihre historische Einordnung in den Bezug zu Wagners Zeit. Dabei kommt auch das starke Fortschrittsdenken Richard Wagners zum Vorschein, angefangen mit seiner Sprachtheorie: Die Verbindung von Sprache und Melodie geht seines Erachtens auf eine „Urmelodie“ zurück. Somit besteht eine enge Verbindung zwischen Sprache und Melodie. Wagner zufolge gilt es, diese gemeinsame Melodie zu entdecken, um sie als „Ausdrucksmöglichkeit des reinen Gefühlsinhaltes des Verses“ zu nutzen. Emotion als nicht zu verachtende musikalische Qualität wird nicht von ungefähr bei Wagner großgeschrieben. In seiner Jugend wollte der mit viel Pathos ausgestattete Richard Schauspieler werden.


Die Wirkung dieser Überlegungen ist groß: Wagner entwickelte in „Oper und Drama“ die Grundlagen für seine späteren Kompositionstechniken sowie sein Bild des Gesamtkunstwerkes. Es gilt als das Hauptwerk Wagners theoretischer Schriften. Die für sich allein mangelhaften Gattungen Oper und Drama würden durch die Verknüpfung zu einem vollkommenen Gesamtkunstwerk. Wagner, der sich selbst zum einzigen rechtmäßigen Nachfolger Beethovens ernannte, wollte mit seinem Gesamtkunstwerk eine neuartige Verbindung zwischen Vokal- und Instrumentalmusik erreichen, die schon Beethoven in seiner 9. Sinfonie angestrebt hatte.

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