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1 Erster Autograph „Siegfrieds Tod“, 12.08.1850

Durch viele Hände ist er gewandert und zeitweise galt er sogar als verschollen: Wagners erster Autograph von „Siegfried‘s Tod“. Schon zu seinen Lebzeiten soll er Wagner abhanden gekommen sein, 1933 wurde er wieder entdeckt und vom französischen Politiker Louis Barthou gekauft. Der ließ ihn in der Nationalbibliothek verwahren, doch auch da verschwand er wieder und tauchte Jahre später beim Auktionshaus Sotheby‘s auf, wo Bruno Lussato ihn erstand. Seitdem befindet sich das Dokument sicher in dessen Sammlung. Der Autograph ist auf den 12. August 1850 datiert und zeigt Wagners erste Komposition für den Ring. Dabei handelt es sich um „Siegfrieds Tod“ und um das Thema für den „Walkürenritt“.

 

Im Jahr 1848 hatte Wagner mit der Dichtung von „Siegfried‘s Tod“ begonnen und konnte diese innerhalb eines Jahres abschließen. Die Komposition hingegen hatte er im Frühstadium abgebrochen, um sich in seiner theoretischen Abhandlung „Oper und Drama“ Klarheit darüber zu verschaffen, was er in seiner Oper künstlerisch darstellen wollte. 1869 setzte Wagner die Arbeit an der Komposition fort. Da er damals schon nicht mehr im Besitz seiner Skizze war, musste er „Siegfried‘s Tod“ – nun unter dem Namen „Götterdämmerung“ – neu komponieren. Außerdem überarbeitete er auch den Text.

 

Die Differenz von 20 Jahren zwischen der ersten Skizze und der letzten Fassung hat viele Wissenschaftler fasziniert. So finden sich in der Szenerie der Nornen zwei völlig verschiedene Textfassungen. Jedoch stimmen die Vertonungen weitgehend überein. Wagner hat sich an Tonart, Taktart und an die Rondoform seiner ursprünglichen Fassung gehalten.

 

Den „Walkürenritt“ vollendete Wagner vor der „Götterdämmerung“ und schenkte ihn seinem Gönner König Ludwig II., dem er damit die vorzeitige Aufführung des Stücks genehmigte. Dieser dritte Aufzug am ersten Tag des dreitägigen Musikspektakels illustriert den Ritt der göttlichen Töchter durch den Himmel. Dieses Ereignis kann nur imaginär mithilfe der Musik dargestellt werden, wodurch eine filmische Wirkung entsteht. Diese machten sich viele Filmemacher des 20. Jahrhunderts zunutze und setzten die Musik in ihren Filmen ein. Dadurch erlangte der „Walkürenritt“ in breiten Teilen der Gesellschaft einen hohen Bekanntheitsgrad.

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