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Die Objekte

Richard Wagners Opus Magnum „Der Ring des Nibelungen“ entstand in einem Arbeitsprozess von über 30 Jahren. Erste Ideen zum „Nibelungenwerk“ gehen auf das Jahr 1843 zurück, als Wagner in Dresden Hofkapellmeister war und sich inmitten politischer Turbulenzen intensiv mit den deutschen Sagen, der Edda, den griechischen Mythologien und dem Gral-Mythos beschäftigte.

 

Sein Aufsatz „Die Wibelungen. Weltgeschichte aus der Sage“ von 1848, stellt eine Zusammenschau und Interpretation verschiedener Sagenkreise dar, in der einige Hauptmotive des „Rings” bereits benannt wurden.

 

Unmittelbar darauf folgte unter dem Titel „Die Nibelungensage (Mythus)“ ein Prosaentwurf, der die gesamte Handlung der späteren Tetralogie enthielt. Wagner war zu diesem Zeitpunkt nur an der Dramatisierung des letzten Teils interessiert und begann mit der Dichtung zu „Siegfrieds Tod“. 1850 brach Wagner die Komposition ab, da das von ihm szenisch wie musikalisch Gewollte seiner Meinung nach über die Leistungsfähigkeit des Theaters weit hinausging. Zudem war ihm klar geworden, dass er, um „Siegfrieds Tod“ überhaupt verständlich zu machen, den gesamten Mythos würde erzählen müssen.

 

Beteiligt am Dresdner Maiaufstand von 1849 musste Wagner nach Zürich fliehen, wo er fast 10 Jahre im Exil lebte. Ab 1852 begann er dort mit den Arbeiten an seinem „Nibelungenring“. Als Ergänzung zum ersten Teil schrieb er „Der junge Siegfried“, später nur „Siegfried“ genannt. Viele Details blieben jedoch immer noch im Unklaren, so dass er „Das Rheingold“, ursprünglicher Titel „Der Raub des Rheingoldes“ und zuletzt „Die Walküre“ in umgekehrter Reihenfolge der Aufführung schrieb. Er entwickelte die Idee eines Gesamtkunstwerkes und Bühnenfestspiels, vorzugsweise am Ufer des Rheins.

 

Die gesamte Textfassung des „Rings“ umfasst etwa 700 handgeschriebene Seiten und entstand im Wesentlichen in Zürich. Im Februar 1853 stellte Wagner sein Werk erstmals in Form einer Lesung an vier Abenden seinen Freunden vor. Wenig später begann er mit der Komposition. Bis März 1857 komponierte Wagner an seinem „Ring” und kam bis zum 2. Akt des Siegfried.

 

Erst 1869 und mit Unterstützung des Bayerischen Königs Ludwig II. nahm er die Arbeit am „Ring“ in Tribschen wieder
auf. Mit den letzten Orchesterskizzen der „Götterdämmerung“ wurde das Werk im August 1872 in Bayreuth vollendet. Auch der heute bekannte Schlusstext wurde dort von Wagner endgültig festgelegt. Erst kurz vor der Uraufführung zu den Festspielen 1876 vollendete Richard Wagner die gesamte Partitur. 

 

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